Australien 2002
Bushwork – Arbeitsalltag im Old Mornington Bushcamp

Bushwork – Arbeitsalltag im Old Mornington Bushcamp

Dieser Artikel wurde im Rahmen meines Projektes „Australien 2002“ von mir verfasst. Weitere Infos zu dem Projekt: Australien 2002 findet ihr hier.

Der Arbeitsalltag im australischen Bush gestaltet sich ein klein wenig anders als beispielsweise auf einer Baustelle in besiedelten Gegenden. Dies liegt vor allem daran, dass man nicht ‚mal eben kurz in den Baumarkt fahren kann um eine fehlende Flansch oder das passende Werkzeug zu besorgen. Bei einer Fahrzeit von knapp 6 Stunden zur nächsten Siedlung muss sich sich das schon wirklich lohnen. Ergo muss im Voraus geplant und falls das nicht geschehen ist, sehr viel improvisiert werden.

Besondere Bedingungen im Bush


Bei unserer Baustelle handelte es sich im die Erschließung eines neuen Campingplatzes, den sanitären Anlagen und eines neues Hauptgebäudes für Anmeldung, Bar und Küche für die Vollverpflegung. Angefangen mit einem sehr alten „Grader“ (zu deutsch „Straßenhobel“) der die für die Konstruktion ausgewählte Fläche plan macht, über einen riesigen Betonmischer, der schon im Vietnamkrieg gedient hat bis hin zur Erstellung eines eigenen Abwassersystems (weil irgendwo muss die Scheiße ja hin) eine echte Herausforderung für uns angehende Bushmechanix (so nennt man wohl die Impro-Handwerker im australischen Busch).

Die Infrastruktur

Das Wasser kommt aus dem Boden, wird in einen großen Tank auf einem Hügel gepumpt, läuft von dort wieder in einen kleinen Puffertank bei den sanitären Anlagen und füttert somit Toilettenspülung, Dusche und die Waschbecken. Also eigentlich alles wie bei uns, nur das wir diese Infrastruktur neu schaffen mussten. Das Abwasser landet nacheinander in zwei unterschiedliche großen Tanks, die in der Erde verbuddelt werden und fließt danach durch einen aus Betonteilen („Leechdrains“) hergestellten Scheißetunnel. Angeblich ist bist zum Ende des Tunnels dann alles irgendwie verschwunden. Habe mich oft gefragt, ob das ‚mal jemand nachgeprüft hat 🙂
Strom kommt aus einem großen Dieselaggregat, dass den ganzen Tag vor sich hin brummt. Irgendwann nimmt man das Geräusch nicht mehr wahr. Selbst kleine Städte werden in Western Australia mit großen Dieselaggregaten versorgt.
Die wichtigste Frage von allen, was passiert eigentlich mit dem Abfall, den wir hier produzieren, hätte ich besser gar nicht gestellt. Keine 1000 Meter vom Gelände entfernt befindet sich ein sehr großes Loch in dem alles entsorgt wird. Wenn das Loch voll ist, wird es zugebuddelt und ein neues Loch gegraben. Wobei die eigentlich schlimmer klingt als es wirklich ist. In Australien leben knapp 22 Millionen Menschen und das Land ist flächenmäßig 35mal so groß wie Deutschland. Also genug Platz für viele Löcher 🙂
In den Großstädten sind das natürlich schon wieder ganz anders aus. Dort gibt es Müllverbrennungsanlagen und alternative Energieversorgung. In ländlichen Gebieten ist das einfach nicht möglich und auch nicht notwendig.

Der Arbeitsalltag

Gearbeitet wurde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sechs Tage in der Woche. Sonntags hatten wir alle frei. Der Arbeitsalltag war in der Regel sehr vielseitig und hat mir doch gezeigt, dass ich nicht so handwerklich unbegabt war, wie ich eigentlich dachte. Ich konnte mich relativ schnell in das Team integrieren und habe sehr viel gelernt. Sand aus dem Fluss baggern (impliziert natürlich Bagger fahren :-)), Fahrzeuge reparieren, die Konstruktion für Toilette und Duschen zusammenzuschweißen und nicht zuletzt wichtige Streitgespräche mit dem Vorarbeiter Ken zu führen.

Bilder

Weiterlesen >> Outback Teil I

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2 Comments

  1. Australien 2002 › hoppraus.de

    6. Februar 2012 at 17:50

    […] Bushworks […]

    Reply

  2. […] Bushworks (IV) […]

    Reply

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