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  • Island 2012 – Tag 7 – Von Wasserfällen, Wettergrenzen und einer furzenden Trollin

Island 2012 – Tag 7 – Von Wasserfällen, Wettergrenzen und einer furzenden Trollin

Die Nacht im Auto war lang und später auch kalt. Mein Schlafsack hat wohl leider ausgedient bzw. taugt wohl nur noch als Sommerschlafsack. Gegen 7.30 Uhr haben wir das Auto angemacht, ordentlich gelüftet und die Klimaanlage die Feuchtigkeit aus dem Auto blasen lassen. Ein Hoch auf die komfortverwöhnten Amis, die für diesen Ford Explorer verantwortlich sind. Draußen erwartete uns eine Schneelandschaft im „Sonnenaufgang“ (genaugenommen wurde es einfach nur heller, von Sonne keine Spur). Ich hab schnell noch ein paar Fotos mit längerer Belichtung gemacht und dann sind wir sofort losgefahren: Auf der Suche nach einer heißen Tasse Kaffee!

Die Landschaft hat sich über Nacht in eine geschlossene Schneedecke verwandelt. Die bizarren Lavaformationen am Streckenrand sahen jetzt noch interessanter aus. Die Wolken verschwanden langsam und die Sicht wurde somit immer besser. Wir waren bereits auf dem Rückweg nach Keflavík (Internationaler Flughafen). Vor uns lagen jedoch noch ca. 300km Fahrtstrecke und wir waren sehr gespannt was uns noch erwartet. Unseren Kaffee haben wir dann auf dem Rückweg in Vík an der Tankstelle getrunken. Vík ist bei Tageslicht und mit weniger Nebel tatsächlich ein sehr schönes kleines Dorf. Hinter Vík fuhren wir noch ein kleines Stück Passstraße und von einer Sekunde auf die andere hörte es auf zu schneien und die Landschaft färbte sich von schneeweiß wieder zurück auf das bekannte moosgrün – und zwar unmittelbar. Als hätten die Weltenbauer hier vergessen einen fließenden Übergang zu implementieren.

Wir fanden es auf jeden Fall großartig. Endlich konnten wir sehen wir bildschön die gesamte Strecke ist. Viele bunte Hügel, schneebedeckte Berge, Lavaflächen, Flussläufe, kleine Täler und ständig wechselnde Farben. Ultra! Unser „daily waterfall“ war an diesem Tag der Skógafoss. Ein toller breiter Wasserfall, der tosend nach unten stürzte. Die restlichen 200km genossen wir einfach nur noch die Landschaft und legten regelmäßige Fotostopps ein. Außerdem machten wir noch einen Abstecher zu einem historischen Bauernhof, der bis in die 60er Jahre noch bewirtschaftet wurde. Spannend.

Von der guten Laune angesteckt beschlossen wir jetzt doch nicht im Auto am Flughafen zu pennen, sondern den letzten Abend in einem B&B zu übernachten und den Urlaub mit einem leckeren Abendessen abzurunden. Das B&B, das wir von unterwegs gebucht haben ist absolut erwähnenswert: Home Guesthouse in Keflavík. Tolles Haus, toller Gastgeberin und günstiger Preis. Diese und alle anderen Locations werden ich euch in einem weiteren Post gesondert vorstellen.

Nach dem Abendessen besuchten wir noch eine Trollhöhle im Hafen von Keflavík. Diese war zwar leider geschlossen, aber detaillverliebt wie die Isländer sind: In der Höhle war noch ein wenig Licht und man könnte das Schnarchen der Trollin hören. Wenn man genau hingehört hat wurden die Geräuche auch etwas uncharmanter. Ein grandioser Abschluss des des letzten Abends auf Island 🙂

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Die Nacht im Spukhostel war dann doch besser als erwartet. Gegen 8 Uhr sind wir aufgestanden und haben uns direkt auf den Weg gemacht. Das Wetter hatt sich leider nicht wirklich verbessert. Es regnete und stürmte noch mehr als am Vortag. Also haben wir uns mal wieder gut eingepackt und unser erstes Tagesziel angesteuert.

Die schwarzen Strände von Vík

Unser Ziel lag nicht weit entfernt. Wir erreichten den Strand mit unserem Explorer in wenigen Minuten. Der Wind wurde stärker und der Regen beissend. Trotz allem sollte man hier anmerken, dass wir selten alleine sind. An jedem Spot, den wir anfahren stehen mindestens noch zwei weitere Auto, mit Touristen, die mindestens genauso bescheuert sind wie wir. Wir liefen auf dem pechschwarzen Stein- und Sandstrand in Richtung der beiden Felsnadeln, die kerzengerade aus dem Wasser ragten. Besonders eindrucksvoll, wenn man das Postkartenmotiv nur bei Sonnenschein kennt. Eigentlich hab ich mir Island genauso vorgestellt. Nach dem Spaziergang über den Strand haben wir noch eine kleine Offroadtour zu dem nächsten großen Felsen gemacht. Der offizielle Weg bestand eigentlich nur aus zwei Spurrinnen, die unser Vorgänger bereits gezogen hat. Wieder ein Grund sich über unser eigentlich völlig übertriebenes Auto zu freuen 🙂

Wick Blau

Auf dem Weg zu unserem Primärziel passierten wir einen Wasserfall, der versteckt neben einem verlassenen Bauernhaus wohnte. Wir merkten uns diese Stelle schonmal für den Rückweg. Das Wetter ist in der Zwischenzeit umgeschlagen und aus Regen wurde Schnee. Die Straßen wurden urplötzlich weiß und es klarte etwas auf. Nach weiteren ca. 150km erreichten wir die Ausläufer des Gletschers Breldamerkurjökull. Dort ist die Lagune Jökulsärlón. Die Lagune trägt kleine bis mittelgroße Eisberge vom Gletscher über einen kurzen Fluß bis ins Meer. Ich habe noch nie in meinem Leben Eisberge gesehen und war ziemlich beeindruckt. Die Farbe des Eises wird tatsächlich tiefblau. Immer wieder löst sich ein kleiner Eisberg und kracht tosend Richtung Brandung. Der Schneefall und aufkommende Schneesturm trugen einiges zur bedrohlichen Atmosphäre bei. Wieder einmal echte Arktisatmosphäre. Wie man sie wohl nur in Island – oder eben in der Arktis – findet.

Nachtlager

Nach unserem genauso erdachten Tageshighlight haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Es wurde dunkel und das kleine Schneestürmschen hat sich nun in einen ausgewachsenen Schneesturm verwandelt. Glücklicherweise hat Julian den Wasserfall, an dem wir unsere Nachlager aufschlagen wollten, als Punkt auf seiner Googlekarte markiert. Wir währen sonst prompt daran vorbeigefahren. Wir parkten unser Auto versteckt neben dem kleinen Bauernhaus im Schnee. Die Spuren waren binnen einer halben Stunde wieder zugeschneit. Isomatte und Schlafsack im Auto ausgerollt. Das rauschende Wasser im Hintergrund und der stark Schneefall versprachen eine spannende Nacht im Nirgendwo.

Fotos

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Unsere Glückssträhne ist nun anscheinend vorbei. Draußen sind es zwischen 3 und 5 Grad und es regnet. Deutsches Herbst-Suddelwetter! Sachen packen und auschecken. Für 11 Uhr haben wir unser Shuttle zum Mietwagenverleiher Thrifty bestellt. Um 11.15 Uhr hat uns dann der liebe Alfred gebeten dass Appartement zu verlassen (was sein gutes Recht war) und wir haben im Flur auf unseren Mietwagenfritzen gewartet. Der kam dann auch schon bald und hat uns brav dabei geholfen unser Gepäck zu verstauen. Angekommen in der Mietwagenzentrale durften wir dann auch schon bald unser Auto in Empfang nehmen: Einen neuen Ford Explorer in der 7-Sitzer-Ausstattung! Bämm! Unser Gepäck verladen und erstmal raus aus der Stadt. An einem Rastplatz außerhalb der Stadt haben wir uns dann zuerst ordentlich eingerichtet:

  • Rückbänke umklappen und testen auf Schlafmöglichkeit – Check!
  • Isländische SIM-Karte in Tablet, WiFi-Hotspot für alle unsere Devices – Check!
  • USB-Ladeadapter und Anschluß für Sound – Check!

Wir befanden uns bereits auf der sogenannten Ringstraße, die – wie der Name schon erahnen lässt – einmal um die Insel führt. Das Ziel unserer ersten Tagesetappe sollte das kleine Örtchen Vík werden. Vík ist laut Reiseführer eine kleine Oase zwischen den bedrohlichen Gletscher Myrdalsjökull und den tiefschwarzen Sand- und Kieselstränden.

Die Ringstraße ist schon ein Erlebnis für sich. Tolle Hügel und die für Island so typische Lavalandschaft findet man auf den ersten paar Kilometern direkt hinter Rekyavík. Danach können wir leider gar nicht mehr wirklich sagen, wie die Landschaft so ist. Mehr Wolken, mehr Nebel, mehr Regen engten unsere Sicht immer mehr ein. Beinahe hätten wir unser Tageshighlight verpass: Auf der linken Seite entdeckten wir zufällig einen Wasserfall, den wir uns dann mal aus der Nähe angesehen haben. Aus Schätzungsweise 60-80 Meter Höhe stürtzte das Wasser lautstark in einen kleinen Pool unterhalb der Felskante. Rund um den Pool war der Boden teilweise völlig vereist. Neben dem Fall führte eine kleine Treppe noch etwas näher an den Fall heran. Die Treppe und sogar die Geländer führten eine ca. 5 cm dicke Eisschicht. Wir haben uns insgesamt nur ca. 20 Minuten in der Nähe des Wasserfalls aufgehalten und waren von oben bis unten Nass! Trotz Regenhose, Jacke und festen Wanderschuhen war ich teilweise nass bis auf die Unterhose! Ein Riesenspaß 🙂

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir dann Vík. Über die Beschaulichkeit des wirklich sehr kleinen Dörfchens können wir leider nicht viel sagen. Es war immer noch nass, windig und nebelig – und dunkel! Das YHA (Jugendherberge) war leider schon ausgebucht, uns wurde jedoch noch ein anderes günstiges Hostel empfohlen. Mit etwas Glück fanden wir das angepriesene B&B. Ein altes heruntergekommenes Haus, dass anscheinend in den 50er-Jahren stehengeblieben ist – einfach aufgehört hat zu ticken. Die „Hausdame“ hat uns für sehr wenig Geld (6000 ISK) eingecheckt und Bar kassiert. Dafür haben wir ein Zimmer mit 2 alten Betten bekommen. Kein Frühstück. Retrospektiv, war das auch eine gute Idee. Ich hätte dort nichts essen wollen. Naja, zumindest waren wir nicht die einzigen. Bei unserem Abendessen haben wir noch einen jungen Russen kennengelernt. Der Einfachheit wegen nenne ich ihn einfach mal Popov. Popov war auf den Airwaves und hat sich überlegt in den restlichen 5-6 Tagen einmal um die Insel zu reisen. Für russische Maßstäbe sind die Entfernungen hier sehr klein. Aber selbst mit unserer Luxusoffroadfahrzeug wäre das schon ein echtes Zauberkunststück. Popov hat weder Auto noch einen Plan. Aber er ist optimistisch. Das gefällt mir 🙂

Fotos

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  • Island 2012 – Tag 4 – Auf der Suche nach dem Meeresgetier

Island 2012 – Tag 4 – Auf der Suche nach dem Meeresgetier

Den vierten Tag konnten wir etwas ruhiger angehen. Maria von Elding.is (Whale watching) hat uns mitgeteilt, dass wir abgeholt werden und wir uns bitte ab 12.15 Uhr bereit halten sollten.

Sonne über Reykjavík

Der Tag begann mit einem strahlendblauen Himmel, so dass wir beschlossen uns die Stadt nochmal bei Sonnenschein anzusehen. Es war zum ersten Mal fast windstill und durch die Sonne sogar richtig warm. Julian schlug vor, dass wir uns die Hallgrimskirja (siehe Blogpost Tag 1) nochmal bei Tageslicht anschauen sollten. Für umgerechnet 3€/Person sind wir auf den Turm rauf und wurden mit einem prächtigen Blick über Reykjavík belohnt.

Wale suchen

Um Punkt 13.15 Uhr stand unser Shuttle vor der Tür um uns zum Hafen von Reykjavík zu bringen. Von dort aus sind wir in einen Reisebus umgestiegen und in einer knapp einstündigen Fahrt zum Hafen nach Grindavík gebracht worden. Dort erwartete uns schon das Walfang-, sorry ich meine natürlich unser Ausflugsboot. An Board begrüßte uns unsere Reise- und Walführerin Meira. Nach einer kurzen Begrüßung, der obligatorischen Sicherheitseinweisung und Einführung in die Gepflogenheiten an Board ging es auch schon los. Meira führte uns in die Fauna des Meeres ein und wurde niemals müde uns ständig spannende Details über die Wale ihren Lebensraum und ihre Lebensweise zu erzählen. Selbst das schwierige Thema des kommerziellen Walfangs in Island scheute sie nicht anzusprechen. Bei immer noch blauem jedoch schon leicht bewölktem Himmel fuhren wir aufs Wasser, auf die Suche nach den Meeresriesen. Wer Bootsfahrten mag ist hier auf jeden Fall richtig aufgehoben: Frische Luft, tolles Wetter und eine wirklich schöne Aussicht auf das Festland und die Berge. Bis auf ein paar Delfine und verschiedene Vögel haben wir leider nicht sehr viel gesichtet. Ich glaube jedoch, dass uns die Rückenflosse eines Wals nicht wirklich glücklich gemacht hätte. Gemeinsam mit einer Horde mit Kameras bewaffneten Menschen, in einer touristischen Aktion, auf „Walfang“ zu gehen, ist ein Konzept, dass ich noch nicht verstanden habe. Nichtdestotrotz war es ein schöner Bootsausflug, der mir Spaß gemacht hat. Danke an Maria von Elding für den tollen Nachmittag.

Iceland Airwaves – Sigur Rós

Unser Ausflugsboot hat glücklicherweise frühzeitig seinen Trip beendet. Wir waren anscheinend nicht die einzigen auf dem Boot, die pünktlich zum Konzert kommen wollten: Das Sigur Rós Konzert hatte durchaus den Charakter eines nationalen Events. Elding hat sogar angeboten die Gäste der Bootstour direkt zur Konzertarena zu fahren. Wir sind jedoch erst noch schnell in unser Appartement unseren Kamerakrempel abzuladen, uns weniger taffere Klamotten anzuziehen und sind dann mit dem Taxi zu Sigur Rós. Über das Konzert an sich will ich gar nicht allzuviel sagen: Toller Sound, noch viel tollere Visuals, hat Spaß gemacht! Danach waren wir allerdings wirklich kaputt. Die isländische Band hat uns leider über eine Stunde warten lassen und in der Arena war die Luft zum Schneiden. Danach sind wir mit der gesamten Menschenmassen zu Fuß zurück in die Stadt. Der Tag war lange und wir haben es nicht einmal mehr geschafft noch einen Absacker zu trinken.

Fotos

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Nach den zwei sehr ereignisreichen Tagen haben wir für Tag 3 einen etwas ruhigeren Tagesplan angesetzt. Heute morgen haben wir den Stadtkern von Reykjavik zu Fuß erkundet. Das Wetter hat sich zwar bereits beruhigt, jedoch hatten wir selbst in Reykjavik immer noch Windgeschwindigkeiten zwischen 10 und 15 Meter/Sekunde. Der Chillfaktor durch den Wind war also immer noch immens hoch. Die am Vortag bewährte Kleidung hat uns jedoch ausreichend geschützt. Zum Thema Kleidung vielleicht später noch mehr.
Reykjavik ist eigentlich ein sehr hübsches Städtchen. In der Laugavegur spielt sich das meiste Leben hab. Hier sind Pubs, Bistros, kleine Geschäfte, jede Menge Recordstores und vor allen Dingen viele kleine und gut besuchte Cafés (Kaffibar). Eine Kaffibar kann ein Café, ein Bistro, ein Restaurant oder eine Bar sein. Meistens ist es irgendwie alles zusammen. Kulinarische Einflüsse gibt es unter anderem aus Dänemark (Pølser), USA (Burger) und England (Weißbrot). Daneben gibt es neben leckeren Island-Lamm auch Walfleisch (welcher natürlich ausschließlich zu Forschungszwecken gejagt wird).

Wohnen in Reykjavik

Ein bis zwei Parallelstraßen weiter erstreckt sich auch schon das erste Wohngebiet. Hier finden sich kleine Wohnhäuser, die maximal in den 2.Stock reichen. Hochhäuser gibt es außer ein paar Neubauten am Meer fast keine. Der Isländer baut anscheinend – und glücklicherweise – nicht gerne in die Höhe. Neben den klassischen skandinavischen Bauten aus buntem Wellblech gibt es auch einige schöne Häuser aus der Zeit zwischen 1890 und 1920.

Neues Asyl

Wir mussten gestern übrigens unsere Unterkunft wechseln. Wir haben wohl irgendwie verpeilt, dass wir ja eigentlich noch eine Nacht länger bleiben müssen, wenn wir nicht auf der Straße schlafen wollen. Nunja, in Reykjavik ist gerade das Airwaves und wir haben genau noch ein Appartment gefunden, welches nicht 200€/Nacht gekostet hätte. Das Glück war uns mal wieder hold und wir haben somit sogar eine bessere Unterkunft gefunden; noch näher zur City und sogar ein eigenes Bad 🙂

Alltägliches in Island

Wie die Stadt mit heißem Wasser versorgt wird hab ich ja bereits in meinem letzten Blog erzählt. Mit dem heißen Wasser wird in ganz Reykjavik auch geheizt. Viele Heizungen hier haben gar keinen Thermostaten. Reguliert wird, indem man ein Fenster öffnet. Doppelverglasung und Wärmeisolierung sind in Island scheinbar auch nicht wirklich ein Thema. Ein Kubikmeter heißes Wasser kostet auch nich wesentlich viel mehr als kaltes Wasser. Sogar auf dem Sigur Rós Konzert werden einfach die Türen aufgemacht, wenn es zu heiß wird, wie wir morgen erfahren werden. Mann muss sich aber an den omnipräsenten Schwefelgeruch gewohnen, sobald man das heiße Wasser in der Dusche aufdreht. Die Sache mit dem Strom ist für uns deutsche ziemlich einfach: 230Volt und deutsche Steckdosen kommen hier zum Einsatz!

Wir haben den Tag diesmal etwas ruhiger angehen lassen und ich habe mir sogar mal ein Mittagschläfchen gegönnt. Der vierte Tag erwartet uns mit weiteren Highlights: Whale Watching mit eldings.is und das Sigur Rós Konzert auf den Iceland Airwaves.

Fotos

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  • Island 2012 – Tag 2 – Mit dem Superjeep zum Golden Circle

Island 2012 – Tag 2 – Mit dem Superjeep zum Golden Circle

Um 7:00 Uhr klingelte Julians Handywecker … erst gegen 7.15 Uhr realisierten wir beide, dass die Musik aus dem Handy kam und uns eigentlich pünktlich wecken sollte. Der Anreisetag war anscheinend anstrengender, als wir uns beide eingestehen wollten. Gestern Abend haben wir gegen 22 Uhr im Galtafell-Hostel eingescheckt. Ein sehr schönes altes Herrenhaus. Untergebracht sind wir im Souterrain, der Bereich, in dem wahrscheinlich früher die Hausangestellten ungebracht waren. Um 8 Uhr sind wir dann nach oben um uns mit einem reichhaltigen Frühstück zu stärken. Wie per Mail angekündigt stand pünktlich um 8.45 Uhr der weiße Nissan vor der Tür, mit dem wir einen ereignisreichen Tag verbringen sollten.

Der Fahrer und unser Guide für den Tag stellte sich uns als Hlynur (gesprochen: Chlynur) vor. Hlynur ist einer der Inhaber des Touroperators Snaeland.is. Seinen Bruder Halli hatten wir bereits auf dem Islandworkshop Anfang des Jahres in Frankfurt kennengelernt. Zu unserem Glück spricht Hlynur deutsch und wir können ihm sofort erzählen, was wir eigentlich vorhaben und warum wir mit massenweise Kameraequipment nach Island fahren. Unser erstes Abenteur in Island beginnt …

Ein glückliches Missverständnis

Als ich erzählte, dass ich ein Outdoorblog schreibe, hat Hlynur wohl irgendwie Autoblog verstanden, aufgrund dessen wir uns dann zuerst in einer Autowerkstatt wiederfanden, in der die Offroadfahrzeuge für die die isländischen Gravelroads pimpt wurden: Neues Getriebe, Höherlegung, Spurverbeiterung, Unterboden- und Aufprallschutz und zum Schluß die wirklich fetten Monsterreifen. Der perfekte Beginn für unsere Männertour! Mein persönliches Highlight war ein gepimpter Mercedes Sprinter, bei dem bis auf die Karosserie alles ausgetauscht und somit geländegängig gemacht wurde. Der Umbau eines Standardjeeps zum Superjeep kostet je nach individuellen Wünschen ab 25.000€ aufwärts.

Thingvellir, leergefegte Straßen und der Verlust der Schwiegermutter

Der Wind in Reykjavik war bereits am Morgen mörderisch. Das Meer wurde im wahrsten Sinne des Wortes durch den Wind auf die Straße getragen. Hlynur meinte nur: „Solange die Schwiegermutter auf dem Dach bleibt, ist alles gut“. Damit meinte er natürlich den Jetbag, der auf dem Dach befestigt war. Die Wetterstationen meldeten eine Windgeschwindigkeit von über 40 Meter/Sekunde. Die meisten Touroperator haben ihre Ausflüge abgesagt. Busse konnten überhaupt nicht fahren und sogar unser Superjeep hatte mit dem starken Wind arg zu kämpfen. Irgendwo auf der Strecke zwischen Reykjavik und Thingvellir haben wir dann die „Schwiegermutter“ verloren. Der Wind hat den Deckel einfach weggerissen!

Folglich waren wir, bis auf sehr wenige Ausnahmen, die einzigen, die an diesem Tag unterwegs waren. Wir erreichten die Thingstätte, an der sich das Althing – das isländische Parlament – seit dem Jahr 930 traf um jährlich neue Gesetze zu verabschieden. Das Althing war übrigens mit hoher Wahrscheinlichkeit das weltweit erste demokratische Parlament. Die Thingstätte befindet sich im Thingvellir-Nationalpark. In diesem Nationalpark driften die amerikanische und die eurasische Platte auseinander. Jedes Jahr ein paar Milimeter mehr. In der darin entstandenen Senke finden sich mit Moos bewachsene Lavaflüsse und tiefe Gräben – eine zerklüftete Mondlandschaft. Großartig! Die UNESCO hat dieses Gebiet 2004 zum Weltkulturerbe erklärt. Damit ihr euch mal einen Eindruck von der Windgeschwindigkeit machen könnt, hab ich hier ein kleines Video gepostet. Sogar der islanderfahrene Hlynur hat es sich nicht nehmen lassen, sich mit viel Spaß in den Wind zu stürzen.

Heiße Geysire und ein dämliches Missgeschick

Der nächste Halt und ein obligatorischer Besuch sind natürlich die Geysire Islands. Einer der berühmtesten Geysire weltweit ist der Strokkur, der eine Höhe von bis zu 35 Metern erreichen kann. Bei den derzeitigen Windbedingungen schaffte er es leider nur auf wenige Meter. Trotz allem, nicht wirklich weniger Eindrucksvoll. Das gesamte Gebiet ist bestückt mit kleinen inaktiven Geysiren; Qualm und ein starker Schwefelgeruch sind allgegenwärtig. Hier kann man wirklich sagen, dass die Erde kocht!
Die gesamte Fläche rund um den erruptierenden Geysir ist bedeckt mit Eis. Leider hab ich mir hier bei einer saudämlichen Aktion meinen Fuß verletzt. Ich bin in das Eis eingebrochen und habe mir wahrscheinlich mehrere Bänder überdehnt. Mein Fuß ist zwar heute schon auf dem Weg der Besserung, jedoch werden wir diese Woche voraussichtlich keine großen Wanderungen unternehmen können. Aber der Besuch war es auf jeden Fall wert. Kochendes Wasser aus der Erde rockt!

I’ve seen watterfalls…

Das nächste Ziel unserer Tour waren die Gullfoss-Wasserfälle. Ich war während der Fahrt noch viel zu sehr mit meinem Fuß beschäftigt, so dass mich des visuelle Erlebnis beim Anblick der Wasserfälle erstmal überfordert hat. Ein unglaublch breiter Fluß, der teilweise mit Eis bedeckt ist wird zu einem zweistufigen Wasserfall. Ich hab schon einige Wasserfälle gesehen, aber der Gullfoss ist anders. Für mich das Highlight der gesamten Tour! Das folgende kleine Video vermittelt euch hoffentlich einen kleinen Eindruck…

On- und Offroad

Der starke Wind verwandelte sich immer mehr in einen Sturm. Erst Schnee, dann Sand. Hlynur wurde schon von seinen Kollegen davon abgeraten den Gletscher zu besuchen, aber er wollte es trotzdem riskieren. Wir mussten die Fahrt schlussendlich doch abbrechen, weil die Sicht bei dem Sandsturm immer schlechter wurde und Hlynur nicht länger seinem Auto dieses Sandstrahlgebläse zumuten wollte. Es kostete uns nicht wirklich viel Überzeugungsarbeit, als wir Hlynur anboten, er möge uns doch mal zeigen, was sein Superjeep abseits von geteerten Straßen so alles kann. Er führte uns mit seinem Jeep zu einer Offroadpiste, die im Zick-Zack-Kurs durch einen halb zugefrorenen Fluss führte. Ich weiß bis heute noch nicht, wer von uns mehr Spaß hatte: Wir oder Hlynur 🙂
Die Strecke führte übrigens am Ende noch an der heißen Wasserader Reykjaviks vorbei. Hier wird heißer Wasserdampf, der aus der Erde kommt zur Energiegewinnung durch eine Turbine gejagt. Hinter der Turbine kommt das Wasser mit der für die Wasserversorgung anscheinend idealen Temperatur von 90 Grad Celsius raus. Dieses wird über eine isolierte Pipeline die knapp 30 Kilometer nach Reykjavik geleitet. Laut Hlynur verliert das Wasser auf dieser Strecke nur 1 Grad seiner Temperatur.

Fazit

Der zweite Tag unseres Islandabenteurs war unfassbar ereignisreich. Mit diesem Blogpost versuche ich euch dennoch wenigstens die Rahmendaten unseres Ausfluges zu vermitteln. Die Tour, die wir gemacht haben nennt sich übrigens „Golden Circle“ und ist eine der bekantesten Touristenattraktionen hier auf Island. Der goldene Kreis ist im Sommer sicherlich sehr überlaufen. Im Winter kann ich euch diese Tour auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Wetter- und vor allem Windfeste Kleidung ist jedoch dringend erforderlich.

Fotos

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Foto 1: Montage der GoPro – natürlich mit Gaffa

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Foto 2: Unser Guide Hlynur

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Foto 3: Blick aus dem vereisten Auto

Mehr Fotos findet ihr im Blogpost von Julian.

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  • Island 2012 – Tag 1 – Anreise

Island 2012 – Tag 1 – Anreise

Ehrlich gesagt, dachte ich gestern Abend noch daran, wie toll es wäre einfach mal an dem kommenden Feiertag auszupennen und einfach nix zu tun. Heute Morgen um 7 Uhr ging mein Wecker und gegen 8.20 Uhr war ich am Saarbrücker Hauptbahnhof. Die Urlaubsstimmung wollte noch nicht so wirklich eintreten. Die Zugfahrt nach FFM verbrachte ich mehr oder weniger in Trance; Flughafen; Flug; Keflavik. Auf einmal waren wir da.

Die Temperatur war knapp unter dem Gefrierpunkt und es wehte ein verdammt kalter Wind. Julian hat die Tickets für den Flybus besorgt, der uns mit Zwischenstop über die Blaue Lagune nach Reykjavic bringen soll. Die Blaue Lagune ist ein ehemals industriell genutztes Gebiet, dass vor einiger Zeit zu einem Thermalbad umfunktioniert wurde. Laut Reiseführer eine „Must-See“-Attraktion. Tatsächlich ist der Besuch der blauen Lagune absolut empfehlenswert. Ein Thermalbad bei Minusgraden in der für Island so typischen kargen Lavalandschaft ist ein Highlight, welches auch der Individualtourist nicht scheuen sollte. Mein persönliches Highlight war der Getränkeverkauf, den man schwimmend erreichen kann und man dort ein kühles Bier gereicht bekommt. Aber Vorsicht, die Abgabe ist auf 3 Bier (0,4l) pro Person beschränkt. Mehr als zwei haben wir sowieso nicht geschafft. Der Besuch des „Hot Pools“ – wie man diese heißen Geothermiequellen in Island nennt – konnte nur noch durch einen klaren Himmel und die Sicht auf viele, hell und intensiv grün leuchtende, Nordlichter gesteigert werden.

Der geplante Kauf von zwei Prepaid-SIM-Karten für unsere Tablets war zwar noch nicht von Erfolg gekrönt, aber bisher war es auch noch nicht wirklich nötig. In der Blue Lagoon und sogar in unserem Shuttlebus gibt es jeweils ein kostenloses und offenes WLAN!

Fazit

  • Blue Lagoon – Check
  • Northern lights – Check
  • Internetz – Check

In besagten Bus sitzen wir gerade und lassen den Tag nochmal vor unseren Augen ablaufen. Der erst Tag war dann doch schon um einiges spektakulärer, als ursprünglich erwartet.

Morgen geht es direkt weiter im Programm. Kurz nachdem wir dem heißen Wasser entstiegen sind, hat uns eine Nachricht erreicht:
„Hlynur will pick you up in your Galtafell Guesthouse at 08:45 tomorrow morning. Prepare for a stormy and cold but very memorable day!“

Wir sind sehr gespannt und freuen uns schon auf morgen…

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Bild: Beweisfoto, WiFi im Bus

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Bild: Hallgrímskirkja

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