Australien 2002
6 Wochen Outback Experience – Teil II

6 Wochen Outback Experience – Teil II

Dieser Artikel wurde im Rahmen meines Projektes „Australien 2002“ von mir verfasst. Weitere Infos zu dem Projekt: Australien 2002 findet ihr hier.

Darwin – Litchfield N.P. – Kakadu N.P. – Katherine – DerbyBroomeMatarankaTennant CreekDevils MarbelsAlice Springs – Yulara – Cairns – Townsville – Airlie Beach – Brisbane

Derby

Derby, OK ! Ich arbeitete ein paar Tage fuer Shane, einen Bulldozerfahrer, den ich im Bush kennengelernt hatte. Shane ist ‚born to be an dozer-driver‘, sein Vater ist Bulldozer gefahren, sein Grossvater… ein echtes Original, kann ich euch sagen. Er musste wegen einer geplanten Straßenarbeit seinen Bulldozer im Bush abladen, d.h ca. 300 km die Gib River Road runter, an der einzigen Tankstelle, die neben einer Aboriginal Community (Iminjii) liegt. Wir beschlossen Christian mitzunehmen, weil es immer ein Abenteuer ist mit einem Tieflader, beladen mit einem 20 Tonnen schweren Bulldozer die Gib River Road entlang zu fahren. Die Gib, wie sie die Locals hier kurz nennen, ist nichts anderes als eine 1-Spurige Gravelroad (wiedermal schlechter als ein deutscher Feldweg), die durch die Kimberlys führt und ursprünglich als Versorgungsweg fuer alle Cattle-Stations im Bush gedacht war. Seit ein paar Jahren allerdings dominieren die Touristen mit ihren gemieteten 4WD die Gibb! Was natürlich auch ein Grund ist, warum mittlerweile mehr Geld in Tourismus gesteckt wird als in die Viehzucht.
Wer also nach Australien reist um das echte Outback zu erleben, den zum größten Teil unberührten Bush, kommt an einer Reise duch die Kimberlys nicht vorbei.
Anyway, was ich eigentlich erzählen wollte: Eine Tagestour in den Bush, die Christian nicht so schnell vergessen sollte. Es ging alles reibungslos, bis auf zwei platte Reifen, und eine fast gebrochene Hinterachse, die Shane mit einer Kette provisorisch stuetzte 😉 Wir kamen dann aber doch noch gesund, heil und besoffen in Derby an !

Broome

Nach 3 Tagen relaxen in Broome, exzessivem Sonnenbaden, der einen ebenso starken Sonnenbrand hinter sich zog, waren wir ‚on the road again‘. Noch ca. 5000 km lagen vor uns.
Wir verbrachten die nächsten drei Nächte wieder auf den gut ausgestatteten ‚Rest Areas‘ und erreichten gegen Nachmittag wieder Katherine, wo wir uns erneut in den heißen Quellen abkühlten! Klingt paradox, aber 27 Grad können unglaublich erfrischend sein, wenn die Außentemperatur 35-40 Grad beträgt ! Der Built-Up hatte begonnen, die Trockenzeit ging ihrem Ende zu und ich realisierte, das ich bereits die ganze ‚Dry‘ hier oben verbracht habe. Es wurde höchste Zeit, dass wir weiter nach Süden kommen den ‚Tropic of Capricorn‘ verlassen und uns in milderen Gebieten aufhalten in denen die Luftfeutigkeit nicht 90% beträgt !
Von Katherine aus war es einfach, OK einfach war es immer, verfahren mit dem Auto in Australien ist schier unmöglich! Solange man die Himmelsrichtung kennt, kommt man immer an! Einfacher war es nur, weil wir uns jetzt wieder auf dem Stuart Highway befanden. Der laengste Geradeausverlaufende Highway der Welt ! Der Highway ermoeglicht es Oz von Norden nach Sueden zu durchqueren, von Darwin nach Adelaide, ca. 3.500 km geradeaus! Stuart, nachdem dieser Highway benannt wurde, war übrigens auch der erste, der Australien auf diese Art durchquert hatte. Explorer Highway ist ein anderer Name fuer diese Strecke! Wie passend.

Devils Marvels

Gut, es ging also geradeaus weiter über Mataranka, einige weniger bedeutenden Orte, bis ca. 80 km hinter Tennant Creek zu den Devils Marbels, den Teufelsmurmeln. Was ein sehr treffender Name für diese Sehenswürdigkeit ist. Riesige, runde Steinmurmeln, die auf einer Area von ein paar Fussballplätzen verteilt rumliegen. Es liegt natuerlich nahe, das nur ein Teufel solch ein Naturwerk vollbringen kann, als er von dem foltern und terrorisieren der Menschen in Hoelle gelangweilt, entschloss Murmeln zu spielen 😉
Bullshit, die Aboriginals habe eine ganz andere un viel schönere Erklärung fuer die ‚Karlu Karlu‘, wie sie die australischen Ureinwohner nennen. Sie sind ein Teil der Traumpfade, ein Platz der von den Aboriginals vergöttert wird. Die ‚Murmeln‘ sind in Wirklichkeit die Eier der Regenbogenschlange, die in ihrer Traumzeit eine entscheidende Rolle spielt.
Beeindruckend sind sie aber auf jeden Fall. Riesige Runde Felsen, von Regen, Erosion, Wind und Hitze-Kaelte-Schock zu runden, teilweise nur auf ganz kleiner Flaeche ruhenden, wirklich murmelartigen Steinkugelnn geformt wurden. Nach einer kleinen Wanderung und ein paar ‚Action‘-Aufnahmen beschlossen wir uns auf dem anliegenden Camping-Platz (der übrigens kostenlos ist) unser Nachtlager aufzubauen. Unfreiweillig saßen wir im deutschen Eck. Neben uns saß Reinhold mit seiner Frau Erika. Später kam noch Heiner dazu, der seine Frau mit den Worten ‚Die dicke pennt schon‘ im Wohnwagen zurückließ 😉 Alle leben sie schon seit über 30 Jahren in Oz. Sind nach dem Krieg geflüchtet um ein besseres Leben in Australien zu beginnen. Aber man glaubt es kaum, diese Leute sind deutscher als alles was ich bisher in meinem Leben in Deutschland erlebt hatte. Man stelle sich vor, man kommt in ein Land, das mindestens 50 Jahre in der Entwicklung zurueckliegt (im Vergleich zu Europa), fängt dort ein neues Leben an, und verliert jeden Kontakt zu Deutschland. Als ob man diese Leute mit ihren schlechten Erfahrungen, die sie in der Nachkriegszeit gemacht haben, eingefroren haette und im 21.Jahrhundert wieder aufgetaut habe! Aber nichtsdestotrotz waren es nette Menschen, mit denen wir unseren Spaß hatten!
Wir trafen sie erneut am nächsten Tag in Alice Springs, da wir auf dem von Ihnen empfohlenen Campingplatz nächtigten. Am nächsten Tag soll es auf nach Yulara gehen, dem National Park der Ayers Rock und die Olgas beherbergt. Aber das werde ich euch erst beim nächsten Mal erzählen 😉

Bilder

Related Posts

2 Comments

  1. Australien 2002 › hoppraus.de

    20. April 2012 at 10:06

    […] 6 Wochen Outback Experience – Teil II (VI) […]

    Reply

  2. […] Outback – Teil II (VI) […]

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *


*

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Reklame

Bergfreunde.de - Ausrüstung für Klettern, Bergsport und Outdoor

Iceland 2012

I love vaping