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Jack Wolfskin startet mit einem neuen TV-Spot in die Outdoor-Sommersaison und beachtet dabei alle Regeln der viralen Videokunst: Kurz und knackig (30sek.), tolle Musik, atemberaubende Landschaftsaufnahmen und sogar einer Prise Humor, als zu Beginn des Videos der Protagonist in die Einöde „Good morning Africa“ brüllt.

Im aktuellen TV-Spot ist das Team Jack Wolfskin in Südafrika unterwegs, um ein neues Material zu testen und in Szene zu setzen: Texapore Softshell ist ein Material, das Softshells wasserdicht macht und in der neuen Sommerkollektion in der High Voltage Jacket erstmals zum Einsatz kommt. Ob beim Wandern, beim Trekken, beim Kajak Fahren oder Mountain Biken: Outdoorer brauchen statt Hard- und Softshell nur noch eine Jacke für Alles.

Dabei ist Jack Wolfskin unter Outdoorsportlern auch ein klein wenig verrufen. Schon in den späten Neunzigern sah man sie auf der Straße: Die Päarchen im Jack-Wolfskin-Partnerlook und seit Neuestem auch die Kinder im Schlepptau – natürlich – mit Jack-Wolfskin-Outdoorklamotte. Die Outdoorfamilien lassen sich in den Jack-Wolfskin-Franchise-Stores von Kopf bis Fuß ausstatten. Klasse, dass es das ganze Sortiment aus einer Hand gibt. An einer objektiven Beratung muss ich natürlich zwangsläufig zweifeln, das es in diesem Geschäften ausschließlich Waren von einer Marke gibt.

Die Markenstreitigkeiten rund um das Logo des Unternehmens – der Tatze – gipfelten 2009 in einem Rechtsstreit mit der Tageszeitung (TAZ) und überflügelten diesen noch als sogar Hobby-Designer wegen ihren tatzenähnlichen Handarbeiten abgemahnt wurden. Betroffen war davon vor allen Dingen der Markplatz Dawanda. Allerdings hat die Firmenzentrale durchaus aus ihren Fehlern gelernt. Der Oskr 2010, eine Auszeichnung für die Kontrahenten der bekanntesten Social Media Kontroverse des Jahres, ging an die Kontroverse rund um die Markenstreitigkeiten von Jack Wolfskin und DaWanda.

„Wir begrüßen den positiven Ausgang sowie Jack Wolfskins entgegenkommendes Verhalten. Das Unternehmen hat die Kritik im Internet ernstgenommen und verstanden, dass einsichtiges Handeln von der Social Community honoriert wird“

Claudia Helmig, Geschäftsführerin der DaWanda GmbH
Quelle: socialmediaweek.org

Marke vs. Qualität

Aber neben der fraglichen Markenpolitik der Vergangenheit muss ich ganz objektiv feststellen, dass Jack Wolfskin recht gutes Materal produziert. Die meisten Funktionsjacken beispielsweise sind robust, atmungsaktiv und auch für längere Touren geeignet. Jack Wolfskin ist eine erwachsene Outdoormarke und brauch sich vor Vergleichen mit anderen Herstellern nicht zu verstecken.

Dass immer mehr modische Farben in die Outdoorkleidung einfließen, gefällt mir persönlich nicht! Aber wohl aus Gründen der Nachfrage, springen auf diesen Trend auch die meisten anderen Hersteller auf. Zu nennen sind da beispielsweise Patagonia, The North Face, Mammut und sogar das schwedische Traditionsunternehmen Haglöfs, dessen neue Produktreihe MONOCHROME sich auf nur eine Farbe beschränkt: Grell!

 

Reputations-Disclaimer: Dieses Video stammt von shareifyoulike.com und ich werde unfassbar reich, wenn ihr es euch anseht!

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Die Sportartikelmesse Ispo auf dem Münchener Messegelände geht mit einem Besucherrekord zu Ende! Messen interessieren mich normalerweise herzlich wenig, allerdings war in diesem Jahr der immer noch boomende Markt der Outdoor-Bekleidung ein großes Thema. Poppigere Farben, stylischere Schnitte und das in 2011 der Trend zu noch mehr Farbe geht … Hiobsbotschaften aus der Outdoorbekleidungshölle.

Vorneweg:

icebreaker

icebreaker

Ich bin ein ganz großer Technik-Fan und mag deswegen auch Techi-Kleidung. Ich mag es, wie eine Mischung aus RoboCop, Chuck Norris in Delta Force und Volverine (im Kampfanzug) auszusehen. Funktion die sich gut anfühlt und irgendwie nach Superheld aussieht finde ich toll. Ganz nebenbei halte ich mich persönlich für ultra-kälteempfindlich und freue mich über bestmögliche Isolierung, wenn ich draußen bin. Schönwetter-Outdoor-Pussy eben …
Auf der einer Trekking-Tour oder beim Wildcampen im Boulderparadies Fountainebleau o.ä. praktiziere ich das auch gerne. Wenn ich aber mal auf ein Bier in die Stadt will, kann das schnell komisch aussehen…

Was ich damit sagen will, ist folgendes: Ich finde es gut, das funktionelle Outdoorkleidung mittlerweile salonfähig wird und man beim Stadtbummel nicht gleich aussieht, als käme man gerade von seinem 3-monatigen Nepaltrek zurück. Aber warum müssen die modisch geschnittenen Jacken unbedingt Türkis, Hellrot/Weinrot oder Komisch-Kotz-Grün sein. Auf fette Gore-Tex-Aufdrucke oder Shirts dessen einziges Design sich durch ein riesiges Firmenlogo auf der Brust bemerkbar macht, kann ich ebenso verzichten.

Lycra

Lycra

Die Lycra-Zeit mit augenkrebsauslösenden Farben ist spätestens seit den 80er vorbei *gottseidank* , warum machen wir den gleichen Fehler wieder? Peter Schoeffel möchte nun auch Kinder mit mehr Funktionsbekleidung ausstatten: ‚Die Familie steht im Mittelpunkt. Kinder sollen künftig bei uns dieselbe Qualität an Outdoor- und Skibekleidung bekommen wie ihre Eltern‘ (sueddeutsche.de). Die Augsburger Allgemeine tituliert: „Der nächste Winter wird farbiger„. Die Päarchen im Wolfshaut-Partnerlook sind uns noch aus den 90ern bekannt. Zukünftig erwarten uns dann wohl Familienmobs in bunt gemischtem Pastell-Magenta, Kiwi-Grün und weitere abartigen Farbkombinationen in der Innenstadt.

Liebe Outdoor-Industrie. Wenn Ihr Kleidung für die Straße machen wollt, dann schaut doch mal, was die Straße so trägt. Streetwear ist das Stichwort. Tragbare Kleidung in weniger auffälligen Farben. Lawinenkatastrophen sind in meiner Stammkneipe, in der Shopping-Mall oder bei Spaziergängen durch den Park eher selten. Ich identifiziere mich gerne mit dem Thema Outdoor, aber bevor ich im dunkeln leuchte ziehe ich mir nächstes Mal lieber einen Bundeswehr-Parker o.ä. an um nicht noch mehr aufzufallen.

galaxy-jacke-von-g-star-und-gore-tex

galaxy-jacke-von-g-star-und-gore-tex

Ich versuche wenn möglich keine Werbung zu machen, aber VAUDE hat zum Beispiel dezente Funktionskleidung im Sortiment, die diesen Ansprüchen in puncto Farbgebung, Funktion und Design entsprechen. G-Star hat im letzten Jahr eine Design-Studie in Zusammenarbeit mit Marc Newson in sehr kleiner Auflage herausgebracht: G-Star Galaxy heißt das gute Stück. Gore-Tex, 500g leicht und ein ganz hübsches Design. Die Jacke soll allerdings an die 1000 Euronen gekostet haben und es wurden nur 100 Stück an exklusive Kunden vergeben. Kai, besser bekannt als Stylespion, ist einer der stolzen Besitzer und hat in seinem Blog darüber berichtet. Mit etwas weniger „Galaxy“ im Design würde ich einen Outdoorbekleidungsmuffel, der im Besitz dieser Jacke ist, dann vielleicht als Ar***geige bezeichnen … aus purem Neid versteht sich 🙂

Ergo: Weniger ist mehr! Ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin und damit -hoffentlich- für eine Käufergruppe stehe, die ihr liebe Outdoorbekleidungshersteller, bitte nicht vernachlässigen solltet. Danke!

Bilder:
Icebreaker
flicker-User danpeters

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