Klettern

Wie geht das eigentlich mit dem Klettern?

Folgendes Szenario: Ihr wandert durch die Alpen im schönen Chamonix am Mont Blanc-Massiv und seid regelmäßig fasziniert von den Sportkletterer, die 20m über euren Köpfen an der Wand zu kleben scheinen? Oder ihr in euerer Nähe hat gerade eine neue Kletterhalle aufgemacht und ihr würdet das echt gerne ‚mal probieren? Zumindest war das bei mir so. Es gibt für mich keinen faszinierenderen Sport wie das Klettern am Fels oder in der Halle. Ich kenne keinen Sport, der mich mental, körperlich und motorisch in solchem Umfang herausfordert, wie das Klettern. Seit ca. 1,5 Jahren klettere und bouldere ich regelmäßig. Alle anderen Sportarten sind für mich in den Hintergrund gerückt. Kurz vor meinem ersten Kletterhallenbesuch ich mir ein hochwertiges und ultrastylisches Mountainbike gekauft, dass mittlerweile nur noch die Wand in meinem Schlafzimmer schmückt!

Wenn auch ihr euch vom „Kletterfieber“ erfassen lassen wollt, habe ich hier ein paar wissenswerte Fakten zusammengetragen.

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Was ihr übers Klettern wissen solltet

IMG_2400.JPGKlettern ist grundsätzlich ein Oberbegriff. Gemeint ist damit im normalen Sprachgebrauch das Freie Klettern (oder Freeclimbing), um noch genauer zu sein: Das Sportklettern.

Frei zu klettern heißt auf keinen Fall, ohne Sicherung zu klettern. Es bedeutet lediglich, dass man ohne technische Hilfsmittel, also nur durch Körpereinsatz klettert. Im Vergleich zum technischen klettern wo beispielsweise Steigklemmen (Steighilfen zum Aufsteigen am Seil) oder sogar kleine Trittleiter o.ä. benutzt werden.

Klettern ohne Sicherung nennt man Free-Solo und ist den Adrenalinsüchtigen Elitekletteren wie DeanPotter und Dan Osman († 23. November 1998) vorenthalten und nicht zu empfehlen.

Also nochmal: Beim freien Klettern ist man stets über ein Seil gesichert. Dieses wird mit einem sicheren Knoten in den Hüftgurt eingebunden und schützt euch somit vor dem Abstürzen.

Toprope-Sicherung

IMG_2594.JPGBei euren ersten Kletterversuchen sollte das Seil (Rope) von oben (Top) kommen. Dieses läuft von unten nach oben durch einen Umlenker und wieder zurück auf den Boden zum Sichernden. Dieser sichert euch mit einem HMS-Karabiner oder einen Sicherungsgerät. Im Toprope wird gewährleistet, dass ihr stets direkt im Seil landet. Das Toprope ist die sicherste Variante des Kletterns.

In Kletterhallen gibt es viele Routen, in denen das Seil bereits am Top eingehängt ist. Hier braucht ihr euch nur noch einzubinden und los geht’s. Fast alle Kletterhallen bieten auch Kurse für Einsteiger an. Da lernt ihr, zumeist an einem Vormittag, die notwendigen Techniken und Grundlagen zum Sichern in der Halle. Oder wendet euch direkt an eure DAV-Sektion.

In den Kursen trefft ihr auch schnell Gleichgesinnte und der Beginn einer wunderbaren Kletterfreundschaft ist gesichert – über das Seil – versteht sich 🙂

Klettern im Vorstieg

Nach etwas Training sollte es euch nun in den Fingern jucken diese nun endlich in echten Fels zu stecken. Die Kletterei am Fels ist vielseitiger und spannender als das dröge Abspulen von Routen in der Halle.

Draußen habt ihr allerdings selten bis gar nicht den Vorteil, dass schon ein Seil in der Route hängt. Es sei denn, ihr findet jemand, der euch die Route einhängt.

Klettern im Vorstieg bedeutet nichts anderes, dass ihr eine Route hoch klettert und das Sicherungsseil Stück für Stück mit nach oben nehmt. Die meisten Routen sind in bestimmten Abständen mit fest verschraubten oder zemtierten Fixhaken versehen. In diesen Haken klippt man eine Expresse ein. Ein Expresse sind zwei Karabiner, die mit einer kurzen Bandschlinge fest verbunden sind. Der eine Karabiner hängt dann im Sicherungshaken und in den anderen klippt man das Seil.

Der Hauptunterschied zwischen Toprope und Vorstieg besteht in der Fallhöhe beim Sturz. Es gibt immer den Moment, bei dem man über die letzte Sicherung hinausklettert. Wenn man in diesem Moment stürzt, fällt man die Länge des Seiles bis zur letzten Sicherung multipliziert mit zwei + die Seildehnung, bevor man wieder im sicheren Gurt hängt. Dies muss nicht zwangsläufig gefährlicher sein, aber es erfordert Mut und Erfahrung beim Kletterer und dem Sichernden.

Buchempfehlung

Sicherungstechniken können nur durch Praxis und eine qualifizierte Anleitung erlernt werden. Falls ihr euch aber doch „akademisch“ mit dem Thema auseinandersetzen wollt, gibt es ein Buch, was mir sehr gut gefallen hat.

Michael Hoffman beginnt beim Toprope und beendet das Buch mit dem Neuerschließen von Routen inkl. einzementieren der Haken. Abgerundet wird dies mit netten Illustrationen von Sebastian Schrank.

Sportklettern – Technik, Taktik, Sicherung, von Michael Hoffmann

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