Klettern

Waldeck – Immer einen Besuch wert!

„20° keine Wolken und weniger als 9% Regenwahrscheinlichkeit“, das war meine Antwort an Malle, als er am Samstag Abend meinte das Wetter würde doch nicht so toll werden. Somit war er endgültig überzeugt und wir trafen uns am nächsten Morgen pünktlich um 11:30 Uhr am vereinbarten P+M-Parkplatz. Dies bedeutet übrigens „Parken und Mitnehmen“, was ist eigentlich aus „Park’n’Ride“ geworden? 🙂

IMG_2603.JPG

IMG_2576.JPG

Gegen 12:30 Uhr erreichten wir das Waldeck; 10 Minuten Fußmarsch zum Felsen; Kurz orientieren, Gurt anziehen und los gings:

Sektor „COURANT D’AIR“

Route „Courant D’AIR“, 5c

IMG_2579.JPG

Ein breiter Riss der uns ca. 30m hoch bringt. Ausgerüstet mit 70m Seil begingen wir erfolgreich diese Route in der ich noch im letzten Jahr NACH der Schlüsselstelle versagt habe und einfach nicht weiterkletern wollte. Naja, nach einigen Klettereinsätzen im letzten Jahr ist meine Vorstiegsangst doch dramatisch gesunken bzw. hat nun einen realistischeren Charakter bekommen. Die Franzosen bohren in quasi Baguettelänge Sicherungshaken in die Wand, so dass die Kletterei hier in den Nordvogesen grundsätzlich eine entspannte Sache ist.

Die „Courant d’air“ ist eine Route, die man am Waldeck unbedingt einmal gemacht haben sollte. Der Einstieg ist etwas umständlich und mündet nach dem dritten Ring in der Schlüsselstelle. Diese besteht schlicht und einfach daraus, dass man den sicheren Riss verlassen muss und man einen selbstbewussten Tritt nach oben macht um die nächste Exe einzuhängen. Danach ist die Tour pure Entspannung und wird mit einer tollen Aussicht über die „Petite Suisse“ belohnt.

Sektor „LES MAINS NOIRES“

Route „Bon grés, malgré“, 6a+

Eine schöne Route, die ich zwar nur im Toprope geklettert bin, mich aber einiges über das Klettern am Sandstein und im Allgemeinen gelehrt hat. Oder, wie die Pfälzer Hardcore-ByFairMeans-Lycra-Kletterer zu sagen pflegen: „Stell mo dein Füss du Hallefuzzi“. Schöne Route, die ich beim nächsten Mal im Vorstieg machen möchte; wenn mein Kopf das zulässt 🙂

Route „Les mains noires“, 7a+

IMG_2604.JPG

Dies ist wohl die legendärste Route an Waldeck. „Die schwarzen Hände“ beginnen mit einem anspruchsvollen Einstiegsboulder im Dach mit wie Henkel aussehenden Slopern. Die Kunst ist wohl nach dem Dach noch genug Strom für die restlichen drei Haken zu haben. Awesome Malle hat hier und heute mit der „Le mains noires“ seine erste 7a+ gemeistert!

Sauber geklettert, nicht gehuddelt und hat sich danach gefreut wie ein kleines Kind. Glückwunsch Malle! „You are soooo awesome“ 🙂

Route „Le trois curés“, 6a+

Meine selbst auserwählte Herausforderung an diesem Fels. Eine anspruchsvolle Route mit Riss und einigen Moos und Sandschikanen.

Die Hauptschwierigkeit hier was es zwischen dem Sand und Mossflächen einen brauchbaren Griff zu bekommen. Später lässt sich dies aber hervorragend umgehen, indem man einfach seinen ganzen Arm inkl. Bein und Knie im Riss verklemmt. Außerdem ist mir gerade beim lesen des Führers aufgefallen, dass die Route noch drei weitere Haken oberhalb hat, die wir wohl vor lauter Moosbewuchs am Fels nicht gesehen haben, oder vielleicht auch nicht sehen wollten 🙂

Fazit: Keine klassische Kletterei, aber dafür ein großes Abenteuer. Die gesamte Route werde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder in Angriff nehmen.

hoppraus.de INFOBOX

Der Kletterfels Waldeck gehört zu den am nächsten befindlichen schönen Kletterfelsen von Saarbrücken aus gesehen. Anfahrt zum Beispiel über Zweibrücken, Bitche, weiter auf Bundesstraße Richtung Niederbronn, in Eguelshardt nach der scharfen Rechtskurve links abbiegen auf ein kleines Sträßchen. Dort immer geradeaus (Petite suisse) und nach ca. 2km rechts abbiegen. Nach ca. 500m ist auf der linken Seite ein kleiner Parkplatz. Dort parken und nach links dem Weg in den Wald hineinfolgen. Oben an der Kreuzung steil nach rechts den Hang hinauf. Nach ca. 10 Minuten seid ihr am Ziel.

Ein gemütlicher Fels mit insgesamt 60 beschriebenen Routen. Hauptsächlich im Bereich von 6a – 7b. Faktisch lassen sich aber meiner Meinung nach nur ca. 30 sinnvoll begehen . Die restlichen Routen müssten mal wieder geputzt und vom Moos befreit werden.

Für mich ein absolut empfehlenswerter Felsen! Tolle Atmosphäre, kurzer Einstieg und ein imposanter Felsen. Hier kann man auch mal nur so, ohne zu klettern hinfahren. Aber wer macht das schon … 🙂

GPS-Koordinaten

Parkplatz: N49° 01.190, E007° 31.607
Fels: N49° 01.128, E007° 31.664

Und gaaanz wichtig: Lange Kleidung im Frühjahr, Sommer und Herbst. Die Moskitos hier sind der pure Hass!

Related Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *


*

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Reklame

Bergfreunde.de - Ausrüstung für Klettern, Bergsport und Outdoor

Iceland 2012

I love vaping