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Outdoor-Fashion und Designfreuden auf der ISPO

Outdoor-Fashion und Designfreuden auf der ISPO

Die Sportartikelmesse Ispo auf dem Münchener Messegelände geht mit einem Besucherrekord zu Ende! Messen interessieren mich normalerweise herzlich wenig, allerdings war in diesem Jahr der immer noch boomende Markt der Outdoor-Bekleidung ein großes Thema. Poppigere Farben, stylischere Schnitte und das in 2011 der Trend zu noch mehr Farbe geht … Hiobsbotschaften aus der Outdoorbekleidungshölle.

Vorneweg:

icebreaker

icebreaker

Ich bin ein ganz großer Technik-Fan und mag deswegen auch Techi-Kleidung. Ich mag es, wie eine Mischung aus RoboCop, Chuck Norris in Delta Force und Volverine (im Kampfanzug) auszusehen. Funktion die sich gut anfühlt und irgendwie nach Superheld aussieht finde ich toll. Ganz nebenbei halte ich mich persönlich für ultra-kälteempfindlich und freue mich über bestmögliche Isolierung, wenn ich draußen bin. Schönwetter-Outdoor-Pussy eben …
Auf der einer Trekking-Tour oder beim Wildcampen im Boulderparadies Fountainebleau o.ä. praktiziere ich das auch gerne. Wenn ich aber mal auf ein Bier in die Stadt will, kann das schnell komisch aussehen…

Was ich damit sagen will, ist folgendes: Ich finde es gut, das funktionelle Outdoorkleidung mittlerweile salonfähig wird und man beim Stadtbummel nicht gleich aussieht, als käme man gerade von seinem 3-monatigen Nepaltrek zurück. Aber warum müssen die modisch geschnittenen Jacken unbedingt Türkis, Hellrot/Weinrot oder Komisch-Kotz-Grün sein. Auf fette Gore-Tex-Aufdrucke oder Shirts dessen einziges Design sich durch ein riesiges Firmenlogo auf der Brust bemerkbar macht, kann ich ebenso verzichten.

Lycra

Lycra

Die Lycra-Zeit mit augenkrebsauslösenden Farben ist spätestens seit den 80er vorbei *gottseidank* , warum machen wir den gleichen Fehler wieder? Peter Schoeffel möchte nun auch Kinder mit mehr Funktionsbekleidung ausstatten: ‚Die Familie steht im Mittelpunkt. Kinder sollen künftig bei uns dieselbe Qualität an Outdoor- und Skibekleidung bekommen wie ihre Eltern‘ (sueddeutsche.de). Die Augsburger Allgemeine tituliert: „Der nächste Winter wird farbiger„. Die Päarchen im Wolfshaut-Partnerlook sind uns noch aus den 90ern bekannt. Zukünftig erwarten uns dann wohl Familienmobs in bunt gemischtem Pastell-Magenta, Kiwi-Grün und weitere abartigen Farbkombinationen in der Innenstadt.

Liebe Outdoor-Industrie. Wenn Ihr Kleidung für die Straße machen wollt, dann schaut doch mal, was die Straße so trägt. Streetwear ist das Stichwort. Tragbare Kleidung in weniger auffälligen Farben. Lawinenkatastrophen sind in meiner Stammkneipe, in der Shopping-Mall oder bei Spaziergängen durch den Park eher selten. Ich identifiziere mich gerne mit dem Thema Outdoor, aber bevor ich im dunkeln leuchte ziehe ich mir nächstes Mal lieber einen Bundeswehr-Parker o.ä. an um nicht noch mehr aufzufallen.

galaxy-jacke-von-g-star-und-gore-tex

galaxy-jacke-von-g-star-und-gore-tex

Ich versuche wenn möglich keine Werbung zu machen, aber VAUDE hat zum Beispiel dezente Funktionskleidung im Sortiment, die diesen Ansprüchen in puncto Farbgebung, Funktion und Design entsprechen. G-Star hat im letzten Jahr eine Design-Studie in Zusammenarbeit mit Marc Newson in sehr kleiner Auflage herausgebracht: G-Star Galaxy heißt das gute Stück. Gore-Tex, 500g leicht und ein ganz hübsches Design. Die Jacke soll allerdings an die 1000 Euronen gekostet haben und es wurden nur 100 Stück an exklusive Kunden vergeben. Kai, besser bekannt als Stylespion, ist einer der stolzen Besitzer und hat in seinem Blog darüber berichtet. Mit etwas weniger „Galaxy“ im Design würde ich einen Outdoorbekleidungsmuffel, der im Besitz dieser Jacke ist, dann vielleicht als Ar***geige bezeichnen … aus purem Neid versteht sich 🙂

Ergo: Weniger ist mehr! Ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin und damit -hoffentlich- für eine Käufergruppe stehe, die ihr liebe Outdoorbekleidungshersteller, bitte nicht vernachlässigen solltet. Danke!

Bilder:
Icebreaker
flicker-User danpeters

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One Comment

  1. Andreas | Outdoorblog Schweiz

    14. Februar 2011 at 21:17

    Wie wahr, wie wahr. Wenn die Herstellern wirklich den Massenmarkt erobern möchten, dann wird das mit Kermit-grünen 3-Lagen-Jacken für 1000 Euro sicher nichts. Weniger ist hier manchmal mehr…

    Schöner Artikel!

    Reply

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