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Ich bin dann mal off …

oder „Leben im Stand-by-Modus“ tituliert DER SPIEGEL in seiner heutigen Ausgabe Nr.29. Ich lese den Artikel über blinkende BlackBerrys und permanter Einsatzbereitschaft am Puls des Lebens. Der Autor schreibt außerdem über evolutionsbiologisch entwickelte Neurotransmitter, die uns unwillkürlich und sofort auf klingelnde Telefone reagieren lassen.

(c) Cuba Gallery

Ich bin dann mal off … habe ich früher geschrieben, wenn die Behelfskonversation im Instant-Messanger (IM) eingeschlafen ist, oder ich mich wichtigeren Dingen widmen wollte. Tatsächlich sind meine IM heute immer Online, sobald mein Rechner online ist. Stattdessen bin ich nun „away“, „not available“ oder schlicht „nicht erreichbar“. Wenn ich dann trotzdem angetickert werde und nicht darauf antworte, habe ich deswegen schon fast ein schlechtes Gewissen. Zu unrecht, wenn man darüber nachdenkt. Eigentlich hat der Verfasser der Nachricht ja Schuld an meiner Misere, weil er meinen „Status“ nicht beachtet hat. Was fällt demjenigen eigentlich ein mich anzuschreiben, obwohl ich eigentlich off .. äh .. away bin. Und warum hat mein BlackBerry eigentlich keinen „Empfangs-Status“? Würde sich da überhaupt jemand daran halten?

Ich habe ja auch außerdem gar keine Zeit mich darum zu kümmern, ich muss ja noch die längst überfälligen Projekte terminieren und den Schaden bei den halb angefangenen Projekten begrenzen. Die Woche ist schon fast wieder vorbei und ich frage mich wer mir nur wieder die Zeit gestohlen hat. Gab es da nicht ein neues Buch über Zeitmanagement, dass ich mir mal anschauen wollte? Hatte noch keine Zeit bei Amazon zu stöbern. Buchhandlung fällt flach, dafür fehlt mir nämlich – genau die Zeit. Vielleicht gibt’s das ja auch als Hörbuch, dann könnte ich mir das auch im Auto reinziehen, das spart nämlich Zeit!

In Michael Endes Roman „Momo“ lernen wir, dass es nicht die „Gesellschaft der Grauen Herren“ ist, die uns die Zeit stiehlt, sondern nur wir selbst. Zeit lässt nicht ansparen wie Geld. Zeit ist kostbar.

Kürzlich habe ich meine Kletterfreunde als meine einzigen „Offline-Freunde“ beschimpft. Ich muss Sie doch tatsächlich anrufen, wenn ich mit ihnen kommunizieren will. Mich also nur auf eine Sache konzentrieren, anstatt via Twitter oder IM oder eine Facebook-Message zu schicken. Das wäre zumindest kostenlos. Nun ja, sie haben mich ausgelacht. Medienkompetenz ist heute definitiv ein wichtiges Thema vor dem sich auch die beiden nicht drücken können, aber Recht haben Sie ja doch. Weniger Online, bedeutet oft auch mehr Offline. Und das muss gar nicht schlecht sein.

Zurück zum Spiegel-Artikel. Der Autor zitiert Eugen Roth: „Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf. / Er geht in seinen Pflichten auf. / Bald aber, nicht mehr ganz so munter, / geht er in seinen Pflichten unter.“

Und die Moral von der Geschichte: Hoppraus! Raus mit euch! Es gibt keinen besseren Ausgleich zum stressigen Berufsalltag, als Aktivitäten an der frischen Luft. Klettern, Wandern, Geocachen und vieles mehr! Wie Peter Lustig  immer sagte: „Einfach mal abschalten“. Und genau das werde ich jetzt machen. Wir sehen uns draußen.

Ich bin dann mal off …

DER SPIEGEL

http://de.wikipedia.org/wiki/Momo

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4 Comments

  1. Offline-Kollech

    20. Juli 2010 at 8:51

    Yeah dude,

    fuckin´ awesome article!!

    One of your Offline Buddies 😉

    Reply

  2. Theo

    20. Juli 2010 at 21:01

    Danke für’s LIKEn 🙂

    Reply

  3. O-B Number Two

    22. Juli 2010 at 20:06

    Nice One.

    Kind of inspiring!!!

    Interesting theme and and nicely writen…thanks

    Reply

    • O-B Number Two

      22. Juli 2010 at 20:06

      written

      Reply

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